Ein kurzer Streifzug durch die Geschichte unserer Region

Auch wenn man heute von der „Nordpfalz“ spricht, als wäre es eine abgelegene Region, spielte und spielt unser wunderschöner Lebensraum in Deutschland eine wichtige Rolle für die Geschichte unseres Landes.

Keltische Siedlungsspuren sind hier seit dem Ende des 5. Jahrhunderts vor Christus nachzuweisen. Besonders hervorzuheben ist, dass sich auf dem Donnersberg eine altkeltische Befestigungsanlage befand. Dieser Ringwall umfasste 240ha und war die drittgrößte Siedlungsanlage der damaligen Zeit in Mitteleuropa.

Weitere Siedlungsspuren der Kelten finden sich auch in Albisheim, Göllheim, Harxheim und Niefernheim.

Unter den Feldzügen Julius Cäsars gelangte der gesamte rheinhessisch-pfälzische Raum unter römische Herrschaft. In der daraus entstandenen Provinz „Germania Superior“ war Mogontiacum, das heutige Mainz, die Hauptstadt. Die Region um den Donnersberg wurde eine Verwaltungseinheit, die man den Vangionen zuschrieb, einem germanischen Stamm – weshalb dieser Bezirk auch Civitas Vangionum genannt wurde.

In dieser Zeit entstanden vor allem Fernstraßen und weitere Siedlungen.

Zeugnisse dafür sind die „villa rustica“ in Katzenbach, der zur Eisengewinnung gegründete „vicus“ Eisenberg und die von Worms über Eisenberg ins Hinterland führenden Straßen.

Siedlungsspuren und Gutshöfe aus der römischen Zeit finden sich in Albisheim, Biedesheim, Immesheim, Ottersheim und Göllheim [hier wurde zusätzlich auch Kupfer gewonnen].

Erst zu dieser Zeit breitete sich auch das Christentum in den Bereich des Donnersberges aus. Die neue Religion kam aus den Städten Speyer und Mainz. Der Brotstempel aus Eisenberg, mit dem das Christusmonogram auf die Hostien für die Eucharistiefeier gedruckt wurde, ist dafür ein Beispiel.

Nach der Schlacht bei Tobiacum im Jahre 496 lösten die Franken die Römer ab. Die Franken dehnten ihre Besiedlungen aus und gründeten Höfe und Weiler, woraus unsere Dörfer entstanden. Zwei Drittel aller Dörfer in unserer Region gehen auf die Gründung der Franken im 6. Jahrhundert zurück.

Entlang der alten römischen Heeresstraßen ließen die Franken alle 20 bis 25km [je eine Tagesreise] Wirtschafts- und Königshöfe errichten. In Göllheim und Albisheim sind diese sogar urkundlich erwähnt.

Ab dem 8. Jahrhundert fanden von fränkischen Adligen Schenkungen an Klöster statt. So z.B. an das Kloster Lorsch die Schenkung in Harxheim [767], Niefernheim [769], Immesheim [771/72], Ottersheim [772], Rüssingen [773], Biedesheim [782], Lautersheim [788] und Einselthum [791].

An das Kloster Hornbach in Göllheim [819] und an die Abtei Prüm in Alsbiheim [835].

Dreisen wird 872 als Besitztum des Klosters Münster-Dreisen ausgewiesen.

Das Kloster Münster-Dreisen und die um 760 gegründete Einsiedelei des Hl. Philipp von Zell stellten zwei Urklöster der Pfalz dar, von denen die Verbreitung des Christentums weiter forciert wurde.

Die weitere Formung unserer Region fand unter den Karolingern und Ottonen statt, die Gebietsbegrenzungen nach Flüssen und wichtigen Städten, so dass unsere Region zum Wormsgau wurde.

Die Salier eigneten sich danach die Grafschaften im Worms-, Speyer-, Nahe- und Niddagau sowie im Maifeld an und als 1024 der Salier Konrad deutscher König wird, wurde unsere Region zum Kernland des Deutschen Reiches. In Folge aber wurde vor allem unser Gebiet durch weitere Schenkungen an Klöster und Belohnung besonders treuer Vasallen auch wieder aufgelöst.

Im Zuge dieser Auflösung des Reichslandes entstanden seit dem 12. Jahrhundert selbständige Einzelherrschaften. Reichsministeriale wurden eingerichtet, die kleinere Verwaltungsbezirke gründeten und leiteten.

Das mächtigste Ministerialengeschlecht waren 1135 die Herren von Bolanden. Der aus dieser Herrscherfamilie stammende Werner II war Berater Kaiser Friedrich Barbarossas und Werner III war Truchseß [Vorsteher der Hofhaltung] Kaiser Friedrichs II. Bolanden stand damit der zentralen kaiserlichen Macht sehr nahe. Dies endete jedoch mit dem Ende der Staufer und führte die inzwischen zu Grafen aufgestiegenen Herren von Bolanden in den finanziellen Ruin.

Mit der Schlacht auf dem Hasenbühl bei Göllheim 1298 und dem Sieg des Habsburgers Albrecht über König Adolf von Nassau verschob sich das Kernland der Macht nach Osten und beendete die Stellung unserer Region.

In den Folgejahren üben Grafen, Klöster und Territorialherrschaften Hoheit über unsere Dörfer aus. Zu den Herrschaften zählten Nassau-Weilburg, Kurpfalz, Grafen von Leiningen-Guntersblum, Grafen von Leiningen-Westerburg-Neuleiningen und die Freiherren Wambold von Umstadt.

Die alte Feudalherrschaften und territoriale Zersplitterung endeten mit dem Vorstoß der französischen Revolutionstruppen im Herbst 1792 und der Ausrufung der „Mainzer Republik“.

Die Neuorganisation der Verwaltung erfolgte nach dem Frieden von Campio Forno am 17.10.1797 mit der Aufhebung der alten Feudallasten und der Einführung der französischen Justizorganisation.

Vier Départements wurden gegründet, darunter auch das „Département du Mont-Tonnerre“ [Département Donnersberg] mit der Zentralverwaltung in Mainz. Es umfasste den größten Teil des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz.

Innerhalb des Départements du Mont-Tonnerre gab es fünf Kantone: Obermoschel, Rockenhausen, Winnweiler, Kirchheimbolanden, Göllheim.

Napoleon brauchte mit seiner Machtübernahme auch Gleichheit vor dem Gesetz, Gewerbefreiheit und die Trennung von Justiz und Verwaltung.

Am 09.02.1801 erfolgte mit dem Frieden von Lunéville die völkerrechtliche Anerkennung der Annexion der linksrheinischen Gebiete durch Frankreich.

Am 04. Mai 1814 siegen die verbündeten Mächte Österreich, Preußen und Russland über Napoleon. Damit endetet auch die französische Herrschaft über die Pfalz und sie wurde nach einigem hin und her bayrisch und wurde in „Rheinpfalz“ umbenannt.

Eine Folge des Einflusses der Ideen Napoleons für soziale Gerechtigkeit in Justiz und Verwaltung war nicht unerheblich mitverantwortlich, dass die erste deutsche Großdemonstration für ein geeintes Vaterland am 27. Mai 1832 auf dem Hambacher Schloss stattfand. Auf diesem „Hambacher Fest“ wurden zum ersten Mal die Farben Schwarz-Rot-Gold getragen. In Kirchheimbolanden trug die Sonntagsgesellschaft mit ca. 40 Leuten, darunter der protestantische Pfarrer Adolf Ernst Theodor aus Einselthum Verantwortung dafür, dass diese neuen freiheitlichen und demokratischen Gedanken in unserer Region verbreitet wurden.

Sowohl die Revolution 1848/49 ging nicht spurlos an unserer Region vorüber und bot insgesamt 3.000 Mann der Volkswehr Unterkunft in Kirchheimbolanden und Göllheim.

Im Deutsch-Französischen Krieg sollte der Bogen Kirchheimbolanden-Rüssingen-Göllheim-Eisenberg als Schlachtfeld dienen, was aber durch den Sieg der deutschen Truppen bei Weißenburg hinfällig wurde.

Der ehemalige Kantonsort Göllheim gehörte dann ab 1900 zum Landkreis Kirchheimbolanden, war seit 1969 Bestandteil des Donnersbergkreises und wurde im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform zur Verbandsgemeinde.

Hier geht es zu den Dörfern im Einzelnen: