Montag, 04. April 2022

1250 Jahre Ottersheim

Mönch Donadeus gratuliert Ottersheim zu seiner 1250-Jahr-Feier


Es war doch sehr windig und kalt am Sonntag, dem 20. März 2022, als Ottersheim seien 1250-Jahr-Feier mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnete.

150 Gläubige aus beiden Konfessionen durften auf dem Hof der Kirche begrüßt werden.

Mit der Nepomukband wurde der Gottesdienst wunderbar musikalisch gestaltet und vor allem sprang die Band noch zusätzlich ein, denn die „schola cantorum saliensis“ musste leider krankheitsbedingt absagen. Ursprünglich sollte das musikalische Programm des Gottesdienstes von der Gregorianik [durch die Schola] in die Neuzeit [durch Nepomukband] führen und ein gemeinsames Schlusslied aufwarten, das zeigt, as die Geschichte eines Ortes immer im Ganzen zu sehen ist. Sehr kurzfristig hat sich dann die Nepomukband noch am Freitagabend getroffen und für die Teile des Gottesdienstes, die die Schola gestalten wollte, Lieder gesucht, einstudiert und eingefügt. Dafür ein großartiges herzliches Dankeschön!

Der Auftakt des Gottesdienstes bestand dann aus dem Besuch des Mönches Donadeus, der zur Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung Ottersheim Urkundenschreiber im Kloster Lorsch war. Gespielt von Obermessdiener Linus Kimmel führte Donadeus gekonnt durch die Gepflogenheiten des 8. Jahrhundert und legte dar, wie große Vermögensstände oft zur Sühne von Schuld oder zur Dokumentation der königlichen Loyalität auch dem Kloster gegenüber den Besitzer wechselten und dem Kloster übereignet wurden.

Mit dem Verlesen der Schenkungsurkunde Nr. 1174 vom 15. März 772 und dem Überreichen des Faksimiles der Urkunde an Herrn Bürgermeister Kragl verabschiedete sich Donadeus wieder.

Kurz darauf – nach dem biblischen Text – berichtete ein französischer Soldat – ebenfalls gespielt von Obermessdiener Linus Kimmel – über die Wirren der napoleonischen Zeit und der Tatsache, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist und keine Selbstverständlichkeit werden wird.

Er lobte die Ottersheimer, dass sie sich den Charme, die Originalität und Identität bewahrt haben und fragte sich, wie sie das denn alles über die 1250 Jahre geschafft haben.

Darauf wusste Peter Rummer eine Antwort und fand sie im Glauben beider Konfessionen und der Tatsache, dass sie Gott mitten in ihrem Dorf und in ihren Herzen wohnen ließen. Aus dieser Zuversicht und Hoffnung lassen sich in den Wirren der Gegenwart Orientierung finden und dörflich christliche Nachbarschaftshilfe leben.

Da auch Weinberge aus Ottersheim dem Kloster Lorsch geschenkt wurden, konnte Herrn Bürgermeister Kragl ein eigens angefertigter Römerkelch mit Gravur zum Jubiläum überreicht werden.

Am Ende des Gottesdienstes eröffnete Herr Bürgermeister Kragl offiziell das Fest und lud zum Essen, Trinken und Feiern ein.

Gefroren haben wir alle, aber es war ein wunderbarer Auftakt für das ganz besondere Jubiläum 1250 Jahre Ottersheim.

Herzlichen Dank allen, die vor, an und nach diesem Sonntag sich engagiert haben um dieses Fest gelingen zu lassen.

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