Montag, 20. Dezember 2021

Zeugen gesucht - Hirtengang der Kommunionkinder in Göllheim


Am Freitag vor dem vierten Adventssonntag trafen sich die Kommunionkinder, verkleidet als Hirten, auf dem Parkplatz am Nepomukhaus, um zum Stall von Bethlehem aufzubrechen. Das Thema in diesem Jahr hieß: „Zeugen gesucht!“ Die Hirten ließen sich nicht „zweimal bitten“ und machten sich mit dem Lied: Kommet ihr Hirten … auf den Weg zur ersten Station.

Am Synagogenplatz trafen sie auf eine Hirtenfamilie, die gerade ihre Habseligkeiten packten, um sich ebenfalls nach Bethlehem aufzumachen. Auf die Frage nach ihrem Ziel antworteten sie: „Wir wollen Zeugen der Geburt Jesu werden. Bei der Nachtwache wurden die Schafe unruhig und ein heller Schein erschien am Himmel und strahlte auf unseren uralten Schafstall. Aus den Büchern der Propheten wissen wir, dass Gott uns den Messias schickt. Wir glauben, dass es heute geschehen ist.“ Sie forderten die Hirtenschar auf, sich ihnen anzuschließen. Gestützt auf ihre Hirtenstäbe und mit lautem Klingeln der Glöckchen erreichten sie an der Ecke Bauchgasse/Hauptstraße die nächste Hirtenfamilie.

Welch eine Überraschung! Auf dem Boden lag auf Decken ausgebreitet alles, was die Familie zum Leben hatte. Die Hirtenmama berichtete: „Ich bin noch total aufgeregt. Ich kann es immer noch nicht verstehen. Hat uns Gott wirklich so lieb? Am Himmel schauten wir ein helles Licht und leise hörten wir: Friede den Menschen auf Erden.“ Das Hirtenkind lud ein, mitzugehen und anzupacken, denn das Kind in der Krippe und seine Eltern sind arm und wir wollen mit ihnen teilen: eine Laterne, ein Hirtenstab, Fell für das Neugeborene, Brot und Wasser für Maria und Josef, ein Säckchen Heu für Ochs und Esel, ein Bündel Feuerholz für das wärmende Feuer und ein Säckchen mit Murmeln, damit alle Hirtenkinder miteinander spielen können. Die Schar der Hirten wurde immer größer und am Kerzenheimer Tor drangen schon von Weitem Freude und schwungvolle Musik entgegen.

Zwei junge Hirtenfrauen tanzten ausgelassen um ihre nächtliche Lagerstätte. Sie berichteten euphorisch von dem Großartigen, das heute Nacht geschehen war: Die Ankunft des Messias. „Hunderte von Jahren haben die Menschen schon auf die Ankunft gewartet und heute ist das Wunder geschehen. Jesus ist geboren. Wir hoffen, dass sich jetzt vieles verändert. Die Menschen sich versöhnen, miteinander teilen und einander lieben. Wir gehen mit euch zum Stall von Bethlehem.“ Weiter ging es die Weedgasse hinauf zum Kirchenvorplatz, wo auf alle ein wärmendes Feuer und eine kleine Stärkung wartete.

In der mit Kerzenlicht stimmungsvollen Kirche wurde die Hirtenschar von vielen Gläubigen und der Heiligen Familie erwartet. Maria freute sich über den Besuch der Hirten in dieser Nacht, ihre Wärme, Herzlichkeit und ihren Glauben. Josef sagte: „Ihr seid Zeugen dieser Heiligen Nacht. Erzählt, verkündet, jubelt und frohlockt über Jesu Geburt.“

Die Frohe Botschaft aus dem Evangelium, musikalische Beiträge und das Licht von Bethlehem stimmten auf Weihnachten ein. Die Botschaft Jesu wurde an diesem Abend in die Tat umgesetzt. Der Caritas-Ausschuss hatte für alte, kranke, einsame Menschen unserer Kirchengemeinde ein kleines Geschenk und Weihnachtsgrüße vorbereitet. Die Überbringer*innen wurden ausgesandt mit den Worten: „Geht mit Liebe im Herzen, mit Freude im Gesicht. Geht und bringt Trost, gute Worte und Gottes Segen.“

Gemeinsam mit den Kommunionkindern segnete Pfarrer Metzinger alle, die an diesem Abend gekommen waren.

Wir danken allen, die zum Gelingen des Hirtengangs beigetragen haben:

Den Kommunionkindern, die als Hirten teilgenommen haben, den Familien Keller, Oberhausen und Schlosser, sowie Franziska Dittrich und Hanna Gelbert für die Gestaltung der Stationen. Für die wunderbare musikalische Begleitung: Roland Peters, Volker und Severin Günther und Anne Mattheis. Der Familiengruppe für das ansprechende Herrichten der Kirche sowie Silvia und Holger Boos für den Empfangsdienst und Traudel Ferber, Christa Fuhrmann und Claudia Maul für das Vortragen der Texte, Pfarrer Metzinger für den Segen. Den Frauen und Männern, die für die Caritas die Geschenke überbringen. Danke an alle, die gekommen waren.

Ein besonderer Dank galt Roland Peters, der nach 22 Jahren als Leiter der Hirtenband verabschiedet wurde.

 

Birgit Baqué-Stuppy und Arno Stuppy