Samstag, 13. November 2021

Eisige Kälte trifft auf ein gutes Herz – Sankt Martin in Rüssingen

 

Arno Stuppy begrüßte für die katholische Gemeinde die Kinder mit ihren Laternen und ihre Begleiterinnen und Begleiter an der Kirche Sankt Martin. Er bedankte sich bei der Kerwejugend für die Organisation des Umzuges und die spätere Verköstigung am Feuerwehrhaus, den Feuerwehrleuten galt der Dank für die nötige Sicherheit und ein Gruß ging an die Abordnung des Rischinger Narregauls.

An die Kinder gerichtet sagte er: „Ich finde es ganz toll, dass ihr alle hier Halt macht, um zu hören was heute für ein Tag ist und an wen wir denken. Das Licht in euren Laternen leuchtet für Frieden, für Nächstenliebe und das Gute in der Welt. Wenn ihr jetzt unterwegs seid, ist das ein gutes Zeichen und Gott, der sich das Gute von uns Menschen wünscht, ist bei euch.“

Nun folgte der Blick in die Zeit vor etwa 1600 Jahren. Hanna Gelbert berichtete als Stadtschreiberin der französischen Stadt Amiens, was sich dort eines Tages zugetragen hat: „Ich gebe bekannt, was gestern Abend in unserer Stadt passiert ist: Zu später Stunde, halb in der Nacht, bei frostiger Kälte ist ein junger stolzer Soldat am Stadttor vorbeigekommen, wo ein zerlumpter alter Bettler auf dem Boden lag und in der Eiseskälte vor sich hin wimmerte. Dann ist etwas Unerhörtes passiert. Der Soldat hielt sein Pferd an und seine Augen sahen nur noch den jämmerlichen Mann vor sich. Er hob seinen mit dem Helm geschützten Kopf und blickt zum Himmel. Dann nahm er sein Schwert und teilte seinen wertvollen, warmen und teuren Soldatenmantel. Eine Mantelhälfte reichte er dem Bettler. Er sah noch die leuchtenden Augen des armen Mannes, jedoch bis dieser vor Überraschung etwas sagen konnte, ritt er mit seinem Pferd davon und verschwand in der Dunkelheit.

Heute Morgen wurde der junge Soldat mit dem Namen Martin vor den Hauptmann gerufen, der ihn fragte: Wie kannst du mit deinem halben Mantel noch ein guter Soldat sein? Zu seiner Verteidigung sagte Martin: Gott hat mir ein gutes Herz gegeben und ab heute will ich ohne Mantel und Schwert nur noch auf Gott hören.“

Anschließend drückte das Kommunionkind Lukas Keller, der als Bettler verkleidet war, große Dankbarkeit aus: „Danke lieber Martin für dein gutes Herz, danke lieber Martin für dein Mitleid, danke lieber Martin für deine Wärme, danke lieber Martin für deine Liebe, danke lieber Martin für den warmen Mantel, danke lieber Gott für den Heiligen Martin“

Gleich darauf tönte es „Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross das trug ihn fort geschwind ….begleitet von Sabine Jilek mit der Gitarre. Wenn sich Christen treffen, darf Gottes Segen nicht fehlen. Den spendete Pfarrer Josef Metzinger mit ausgebreiteten Armen zusammen mit den Kindern allen Anwesenden, die sich gleich wieder mit dem Umzug den Gauberg hoch bewegten.

 

Das Rüssinger Vorbereitungsteam