Sonntag, 28. Dezember 2025

Hirtengang der Kommunionkinder 2025


Gott will die Welt verändern – mit uns!

Beim Hirtengang verkleiden sich die Kommunionkinder als Hirten und werden spielerisch, szenisch und textlich in die Zeit Jesu versetzt. Sie erfahren von dem Leben und den Gefühlen der Menschen vor über 2000 Jahren. Auf ihrem Gang begegnen sie dem Alltag der Menschen und erfahren die Lebenswirklichkeit von denen, die am Rande der Gesellschaft leben. Gleichzeitig erfahren diese durch die Hirten, welche Botschaft Gott in der Heiligen Nacht der Welt anbietet. Die Hirten glauben dieser Botschaft und lassen sich von ihr begeistern. Sie helfen denen, die verzweifelt, arm, ausgesetzt, fremd, gottverlassen und ungläubig sind.

Der Gang durch Göllheim bis zur Kirche beginnt im Haus Antonius. Hier schenken die Kommunionkinder den BewohnerInnen Freude und gute Stimmung. Ein kleiner Beitrag an Nächstenliebe und Zuneigung.

Musikalisch und mit Gesang, mit einem Vater unser und dem Segen, sowie der Botschaft eines Hirten wurden die Bewohnerinnen und Bewohner im Foyer des Heimes überrascht.

Ethan, der alte Hirte war unterwegs nach Artas, das südlich von Bethlehem liegt. Er hatte es eilig, er suchte die Gruppe junger Hirten, die dort Vorbereitungen trafen, weil die Herde morgen dort hingetrieben werden sollte. Endlich fand er sie: „Da seid ihr, ich habe euch ganz dringendgesucht. Ich habe eine wichtige Nachricht für euch. Ich glaube ich bin verrückt und verzückt zusammen. Ich lag am Lagerfeuer, die Nacht war ruhig, nur die Schafe drückten sich enger zusammen. Ich habe schon viele Gewitter erlebt, aber nicht so wie das, was danach kam. Die Sterne wackelten am Himmel, die Wolken zerrissen und machten alles hell. Es kam aber kein Unwetter, nein im Gegenteil. Vom Himmel oben leuchtete es wunderbar und es schien, als sollte die Erde in einem neuen Licht erscheinen. Dann sah ich einen Engel, der rief: Friede den Menschen auf Erden, heute ist der Retter der Welt geboren.

In unserem Stalle sah ich eine Mama, einen Papa und ein neugeborener Junge. Jetzt wusste ich es, diesmal sprach Gott nicht durch den Dornbusch, sondern durch ein Kind. Als mich das Kind ansah, kitzelte es in meinem Herzen!

Ich ging so schnell ich laufen konnte, um es euch zu sagen. Jetzt lasst uns nach Bethlehem gehen und unterwegs es allen Menschen sagen, Gott ist uns nahegekommen. Ethan war durcheinander und verlor zweimal auf dem Rückweg nach Bethlehem die Orientierung vor lauter Überraschung, was in der Nacht geschehen war. „Gott will die Welt retten, aber mit uns!“ rief er mehrmals aus.

Der Weg führte die Hirten in die Königskreuzstraße zum Anwesen Dietz/Lauermann. Sie hörten Musik und eine reiche Familie saß beim Essen mit Brot und Wein. Die Hirten berichteten von dem, was in Bethlehem geschehen, ihre Nachricht wurde als lächerlich abgetan mit der Aussage: der Himmel kann uns gestohlen bleiben. Doch scheinbar überzeugten die Hirten doch und die Familie bekehrte sich und ging mit zur Krippe. Am Dreiser Tor kam es zur Begegnung mit einem armen und hungrigen Ehepaar, das aus der Stadt vertrieben wurde. Die Hirten teilten ihr Brot und nahmen die Armen mit auf den Weg. An der Ecke Bauchgasse stoßen sie auf eine Frau, die sich unter einer Decke verbarg. Sie zitterte vor Angst und erzählte, dass sie in Bethlehem vertrieben wurde, weil sie eine Fremde sei. Die Hirten nahmen sie in die Mitte und sie ging mit ihnen. Ebenso zwei Frauen, die auf dem Synagogenplatz unter ihren Behinderungen litten, sich jedoch in der Gemeinschaft der Hirten liebevoll aufgehoben fühlten. Auf dem Kirchenvorplatz durften dann die Hirten nach eindringlicher Bitte ihren Hunger und Durst stillen, bevor sie dann unter den Klängen „Kommet ihr Hirten…“ in die Kirche einzogen. Hinter ihnen lag ein Gang durch die herzlose Welt, wo Arme, Kranke, Gebrechliche und Ausgestoßene auf Liebe warteten. Die Hirten haben erkannt, dass die Ankunft des Retters im Stall von Bethlehem nur dann Erfolg hat, wenn die „Menschen bei der Rettung helfen und zur Krippe kommen“. Im Stall waren die Kommunionkinder als Hirten nun angekommen, bei Maria und Josef und dem Kind in der Krippe. Nach dem Evangelium und dem Einzug des Lichts von Bethlehem wurden Frauen und Männer gesegnet, weil sie ältere, kranke und einsame Mitmenschen besuchen und Weihnachtswünsche mit einem kleinen Christstollen überbringen. Das Gotteshaus war mit vielen Kerzen, Laternen stimmungsvoll hergerichtet und die Gesänge, Lieder und Klänge halfen mit, dass die Botschaft der Nacht die Herzen der Besucherinnen und Besucher in der Kirche erreichen konnte.

Akteur*innen beim Hirtengang und der Adventsbesinnung: Kommunionkinder, Petra Ochsner, Lea Ochsner, Mila Schuhmacher, Hanna Gelbert, Stefanie Beyer, Christa Hartmüller, Michael Friebe, Gunda Friebe, Myriam Seibert, Regina Dittrich, Josef Metzinger, Claudia Maul, Marie Schuhmacher-Jilek, Sabine Jilek, Eva Jilek, Birgit Baqué-Stuppy, Arno Stuppy. Musikalische Begleitung: Severin Günther, Ada Günther, Silke Schindler. Vorbereitungen in der Kirche: Claudia Maul, Stefanie Beyer, Christa Hartmüller, Monika Tilgner, Irmgard Zewinger, Gunda Friebe.

Arno Stuppy