Sonntag, 12. Juli 2026

Bischof erteilt Einverständnis für gemeinsames Mahl innerhalb ök. Gottesdienste

 

Die Ökumene in unserer Pfarrei hat in den letzten 6 Jahren einen hervorragenden und vorbildlichen Weg beschritten. Alle Beteiligten [Protestanten, Mennoniten, Katholiken] arbeiten respektvoll, achtsam und konstruktiv zusammen.

Unser gemeinsames Ziel ist der Auftrag Jesu Christi:

„Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ [Joh 17,21]

Dieses sehr gute Miteinander hat dazu geführt, dass wir innerhalb der ök. Gottesdienste auch gemeinsam Mahl hielten im Gedächtnis an die Stiftung Jesu am Gründonnerstagabend.

Manche Gläubige störten sich daran und erachteten unser Tun als Dokumentation einer Einheit, die offiziell so noch nicht erreicht ist, bzw. als wollten wir den kath. Glauben und die Eucharistie verraten.

Nichts von alledem war der Fall, sondern in gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Achtung suchten wir nach einer Form, die das gemeinsame Mahl ermöglicht, ohne dass das prot. Abendmahl oder die kath. Eucharistie aufgelöst würde.

Da die Beschwerden, die an das Bistum gerichtet wurden und leider auch an den päpstlichen Nuntius, zuweilen auch kränkend waren [z.B. wir würden den Teufel anbeten und Prostituierte verehren….], wollten wir das nicht einfach so hinnehmen; zumal wir davon überzeugt sind, dass wir nichts tun, was unerlaubt ist.

Am 06. Juni trafen sich daher Vertreter*innen der mennonitischen Gemeinde, des prot. Presbyteriums und der kath. Räte zusammen mit Frau Pfarrerin Ehrmann, Herrn Driedger von der mennonitischen Gemeinde und Pfr. Metzinger im kath. Pfarrheim Göllheim zu einem Einkehrtag, um dezidiert und differenziert darzustellen, was wir hier schon seit einigen Jahren als Praxis vollziehen.

Um Missverständnisse auszuschließen, haben wir vor allem das Kirchenrecht bemüht, die bisherige Form genauer betrachtet und so modifiziert, dass deutlich wird, dass wir nichts tun, was dem Kirchenrecht widerspricht.

Da Pfr. Metzinger in seinen 33 Dienstjahren nichts am Bischof vorbei tat, legte er Wert darauf, dass wir das Ergebnis des Einkehrtages Herrn Bischof zur Beratung und Genehmigung vorlegen. Damit verbunden war auch die Aufforderung die evangelische Landeskirche hinzuzuziehen, denn auch deren Meinung ist für uns relevant. Unterschrieben wurde der Antrag von den Presbyterien und Räten und zahlreichen Gläubigen aller drei Konfessionen, die am 14. Juni 2026 am Ök. Pfarrfest teilgenommen hatten.

Überrascht und begeistert waren wir, als wir am 03. Juli von Herrn Generalvikar Magin im Auftrag unseres Bischofs einen Brief bekamen, der in seiner Antwort auf unser Ersuchen das bischöfliche Einverständnis aussprach.

Da dieser Brief die Pfarrei und die Schwestern und Brüder der mennonitischen und protestantischen Gemeinde betrifft, ist sowohl unser Antrag mit Konzept des in ök. Gottesdienste integrierten Mahles, als auch die Antwort unseres Bischofs hier zum Nachlesen angeboten. Siehe dazu unten die beiden Links.

Wir legen Wert darauf, dass es sich bei unserer Praxis um keine vorweggenommene Einheit eines interkonfessionellen Abendmahles handelt [das müssen die Kirchen/Konfessionen offiziell erarbeiten und erreichen], sondern um eine Form, die weder das prot. Abendmahl noch die Eucharistie enthält, aber dem gedenkt, was Jesus gestiftet hat; und dieses Gedenken in unsere ök. Gottesdienste in Form eines Mahles integriert.

Wir wissen aber auch, dass sich unser Bischof damit angreifbar macht und eine Position einnimmt, die uns den Rücken stärkt. Dafür danken wir Herrn Bischof außerordentlich!

Die Form, die wir ihm vorgelegt haben, und die sein Einverständnis findet, ist für uns nun auch verpflichtend einzuhalten!

Wir haben beim Verlesen des Briefes auch festgestellt, dass die Gegner*innen dieser Ökumene auch damit nicht einverstanden sind, obwohl kirchenrechtlich nichts dagegen einzuwenden ist.

Das zeigt uns, dass im Denken dieser Menschen nicht Jesu Wort und Auftrag maßgeblich sind, sondern persönliche Feindschaft und Polarisierung. Wir hatten uns am Einkehrtag ein Youtube-Video angeschaut einer jungen promovierten kath. Theologin, die populistisch und unwissenschaftlich die Schwestern und Brüder der anderen Konfessionen denunziert hat.

Wir haben solches derzeit sowohl in der nationalen wie weltweiten politischen Landschaft. Wir brauchen das nicht auch noch in unseren Religionen.