Sonntag, 28. Juni 2026

Seniorenwallfahrt 26

Gleich in der Früh bei der Abfahrt gab es die liebevoll und aufwändig gestalteten Begleithefte für die Pilger. Dann starteten die sechs Kleinbusse auf die regennasse Autobahn Richtung Mosel. Da gings dann gleich los mit der Andacht, die in den Heften abgedruckt war; keine einfache Aufgabe für die Vorbeter und Vorsänger, die Mühe hatten die Fahrgeräusche der Busse zu übertönen.

Und, doch, da hatte man gleich das Gefühl auf einer Wallfahrt zu sein; gut so.

Angekommen in Treis-Karden war unser erster offizieller Programmpunkt das feierliche Hochamt zum Hochfest Herz Jesu in der Kirche St. Kastor/Karden, ein Gotteshaus, dessen früheste Fundamente spätestens aus der karolingischen Zeit stammen. Dank für den schönen Gottesdienst an Pfarrer Metzinger, Herrn Dittrich und Herrn Müller, sowie an die mitgereisten Firmlinge, die sich mit Texten einbringen konnten. Überwältigend war die Musik, besonders als die Mitglieder der Kolping Kapelle Zell und die Orgel, gespielt von Severin Günther, beim Tantum Ergo gemeinsam musizierten. Erwähnt werden muss noch die hervorragende Orgel der Orgelbauerdynastie Stumm (Raunen/Hunsrück), von der z.B. auch das berühmte Instrument in der Paulskirche in Kirchheimbolanden stammt. Besonderer Dank geht auch an die Sakristanin aus Treis-Karden, die uns auch am Nachmittag bei der Vesper treu zur Seite stand.

Allgemein war die Stimmung nach dem Hochamt sehr feierlich.

Dann gings ins Schloss Hotel Petry/Karden zum gemeinsamen Mittagsmahl. Die Küche bot ein wirklich leckeres und herzhaftes Essen. Überall an den Tischen waren Gespräche, und manche der Wallfahrer haben sich auch neu kennengelernt. Das ist halt so, wenn Menschen aus den verschiedenen Ecken unserer doch noch jungen Pfarrei zusammenkommen.

Als Nachmittagsprogramm waren zwei Exkursionen zur Auswahl.

Eine Gruppe bevorzugte die Besichtigung der Schnapsbrennerei Hambrech, natürlich mit Verkostung. Der Führer forderte die Verkoster immer wieder zum vergleichenden Probieren auf, so dass alle einen klaren Blick auf die hervorragende Qualität der Brände bekommen konnten. Wer sich alles einen kleinen Vorrat mit nach Hause genommen hat, ist nicht bekannt.

Die andere Gruppe machte eine Führung auf der Burg Wildburg, Diese befand sich von 1956 bis 2017 in Privatbesitz eines Fabrikanten. Genau im hinterlassenen Zustand von 2017 kann man diese Burg nun besichtigen. Gerade weil manches kurios wirkt war diese Führung sehr interessant. Der „Burgherr“ hat manches mittelalterlich anmutendes gesammelt, einige sehr schöne Stücke neben allerhand Krimskrams. Bemerkenswert auch seine Gemälde, Kopien alter Meister, in die er absichtlich grobe Fehler eingebaut hat; nach Ansicht des Führers, damit man ihn nicht als Fälscher bezichtigt. Man konnte jedoch unschwer erkennen, dass diese Bilder nicht von Meisterhand waren.

Am späteren Nachmittag trafen sich alle wieder in der Kirche St, Johannes in Treis zur Schlussandacht. Das Gotteshaus wurde im 19.Jhdt. im Stile der rheinischen Neogotik gebaut. Besonders bewundert wurde das herrliche Blau im Kreuzrippengewölbe auf weißen Pfeilern und Streben.

Noch einmal wurden Psalmen gebetet und das Magnifikat gesungen, und auch die Bläser und die Orgel erklangen gemeinsam zum erhebenden „Großer Gott“.

Nachdem alle sich im Schloss Hotel Petry bei Kaffee und Kuchen gestärkt hatten starteten die Busse zur Rückfahrt.

In der Heimat angekommen bildeten die Wallfahrer auf dem Parkplatz bei der kath. Kirche in Ottersheim sich an den Händen fassend einen Kreis,  um Gott noch einmal zu lobsingen und für das gemeinsam Erlebte zu danken!