Dienstag, 24. Mai 2022

100 Jahre Kirche St. Joseph Lautersheim

Am Anfang nach der ersten Ausschreibung des Kirchenjubiläums sah es nicht so aus, als wollten viele mit uns feiern.

Aber meistens kommen die vielen Anmeldungen ohnehin eher kurzfristig.

Und so war es auch am 01. Mai.

Am Ende waren es es weit über 100 Schwestern und Brüder aus vielen Dörfern unserer Pfarrei und darüber hinaus, die am 01. Mai um 09:00 Uhr das Pontifikalamt mit Herrn Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann feierten.

In seiner Predigt hat er angesichts der derzeitigen europäischen aber auch globalen Situation die Beständigkeit des aus der Not Geborenen betont, das uns immer wieder auch vor Augen hält, wie die Menschen der damaligen Notzeit nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Bau dieser Kirche auch eine Hoffnung zum Ausdruck brachten, dass sich immer wieder auch alles unter Gottes Geleit zum Guten wenden wird. So müsse auch Gesellschaft und vor allem Kirche bei aller Ernsthaftigkeit und allen Sorgen nach Vorne schauen auf einen hoffnungsvollen Weg gehen.

Im Anschluss an das sehr sehr schöne Pontifikalamt, das musikalisch von unserem jüngsten Kirchenmusiker der Pfarrei – Severin Günther mit seinem Vater – und unserer Nepomukband sehr facettenreich und unglaublich ansprechend gestaltet wurde, waren alle herzlich in die gemeinschaftshalle eingeladen, die uns Herr Bürgermeister Mattern anlässlich des Festes kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

Ein toller Frühschoppen mit der Kolpingkapelle Zell, Grußworte, Mittagessen, Kaffee und Kuchen, sowie ein tolles Konzert von Cris Cosmo am Nachmittag gestalteten den ganzen Festtag sehr abwechslungsreich und ansprechend.

Den Schlusspunkt setzte die ökumenische Schlussandacht von Frau Pfarrerin Rothley und Pfr. Metzinger.

Was den Tag besonders auszeichnete war gelebtes Evangelium im Tun.

Es spielte für uns überhaupt keine Rolle, wer wo her kam, ob katholisch oder evangelisch, oder was auch immer.

Aus ganz ganz vielen Dörfern unserer Pfarrei halfen so unheimlich viele Menschen mit, um Lautersheim bei seinem Fest zu unterstützen. Da gab es keine Misstöne, sondern sichtlich spürbare und hörbare Freude aller füreinander!

Wer aus welcher Konfession kam, war uns ebenfalls egal: Wer mitfeiern wollte, war allerherzlichst eingeladen.

Und wir freuten uns auch sehr, dass Menschen, die aus der Kirche ausgetreten waren, mit uns mitfeierten.

Dieser Tag war atmosphärisch ein Stück Himmel und Evangelium, wo Menschen einander und füreinander Sorge und Freude trugen; und das lebten, was Jesus letztendlich im Johannesevangelium fordert: „So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast!“

Wer am 01. Mai in Lautersheim war, der konnte das hautnah miterleben.

Persönlich hat mich besonders beeindruckt, dass alle, die da mitwirkten, bedingungslos gönnen konnten. Alle freuten sich für die anderen ob des gelungenen Festes. Das ist keine Selbstverständlich, habe ich in meinen 29 Dienstjahren schon oft genug deutlich anders erlebt und zeugt aber von einem tiefen, weiten, herzlichen und christlichen Charakter.

Ich ziehe vor allen, die an diesem Tag auf irgendeine Art und Weise mitwirkten, den Hut und bedanke mich aufs Herzlichste für dieses tolle Engagement und das wunderbare Beispiel, dass Sie alle als Menschen, Christen, Schwestern und Brüder über alle Grenzen hinweg gegeben haben.

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