Dienstag, 17. März 2026
Kommt! Bringt eure Last - Hoffnung gegen alle Hoffnungslosigkeit - Weltgebetstag 2026
Seit vielen Jahren bereiten jeweils ökumenische Frauenteams den Weltgebetstag in Göllheim und Rüssingen vor. Dabei arbeiten wir gerne zusammen und besuchen bereits im Januar gemeinsam das Vorbereitungsseminar in Eisenberg. Auch ist eine kleine Musikgruppe entstanden, die sowohl den Gottesdienst am 5. März in Rüssingen, als auch am 6. März in Göllheim begleitet.
Am Freitag, 27. Februar hatte das Rüssinger Team einen Infoabend über Nigeria vorbereitet, zu dem auch die Göllheimer eingeladen waren. Rosel Engel und Pfr. i. R. Norbert Schlag berichteten eindrucksvoll von ihren beiden Reisen nach Nigeria. Dabei ging es um ein Schulhausbauprojekt und ein Brunnenprojekt, das die beiden begleitet haben. Bei den Schilderungen wurde sehr deutlich, wie arm die Menschen in Nigeria sind und wieviel schon (für uns) wenig Geld gegen den Hunger bewirken kann. Bewundernswert fanden die ca. 20 Teilnehmer*innen, dass die Menschen dort trotz Armut und anderen schwierigen Lebensbedingungen sehr gläubig und lebensfroh sind.
Der Abend brachte viele Informationen: Mit 230 Millionen Menschen ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land, 514 Sprachen und Dialekte werden gesprochen, 250 Ethnien leben nebeneinander, Nigeria hat die jüngste Bevölkerung weltweit. Armut, Gewalt, ethno-religiöse Konflikte und der Klimawandel durch Überflutungen und Dürren sind an der Tagesordnung. Terrormilizen wie Boko Haram jagen Angst und Schrecken ein, Gleichberechtigung ist ein Fremdwort und häusliche Gewalt verbreitet.
Trotzdem wählten die Nigerianerinnen den hoffnungsvollen Titel: Kommt! Bringt eure Last. Das ist eine wunderbare Einladung Gottes aus dem Matthäusevangelium. Die Hoffnung und die Sehnsucht nach einer besseren Welt durchziehen die gesamte Liturgie. „Gott, du sorgst für uns und ermutigst uns, einander Lasten tragen zu helfen. Segne uns und mache uns zu einer lebendigen Gemeinschaft, die die Schwachen stützt und gegenseitiges Verständnis fördert.“
Die Kollekte im Gottesdienst ist ein Symbol für unsere Bereitschaft, die Lasten anderer mitzutragen. Sie macht die Güte Gottes erfahrbar. Weltweit werden über 100 Partnerorganisationen unterstützt, die Frauen und Kinder stärken. In Rüssingen betrug die Kollekte 462 € und in Göllheim 466,50 €.
In Rüssingen wurde dieses Jahr in der katholischen Kirche und in Göllheim in der evangelischen Kirche gefeiert. Danach werden immer Köstlichkeiten aus den jeweiligen Ländern angeboten. In Rüssingen sind Getränke und Cocktails aus dem jeweiligen Land ein Muss! Gespräch, Austausch und Zusammensein sind ebenfalls sehr wichtig. Es weht immer „ein besonderer Geist“ bei den Weltgebetstagsgottesdiensten. In Rüssingen wurde beim nächsten Gottesdienst in der katholischen Kirche nochmals die Botschaft der nigerianischen Frauen in den Mittelpunkt gestellt, Texte aus der Liturgie gelesen und ein Lied gesungen. Nächstes Jahr wird der Weltgebetstag 100 Jahre alt. Er ist die größte und älteste ökumenische Frauenbewegung.
„Wir haben gesehen, wie Gottes Hand im Leben unserer nigerianischen Schwestern wirkt. Wenn wir nun in unseren Alltag zurückkehren, wollen wir ihr Beispiel nicht vergessen.“
Birgit Baqué-Stuppy



