Zum ersten Mal fand das Philippsfest  in Zell in diesem Jahr unter freiem Himmel statt. Nachdem die Wallfahrt zu Ehren des heiligen Philipps im vergangenen Jahr wegen Corona ausfallen musste, konnte in diesem Jahr in Absprache mit dem Ordnungsamt  im Zeller Park ein Gottesdienst für 50 Leute organisiert werden. Dieser wurde von Regens Markus Magin gehalten, der im Bistum Speyer für die Priesterausbildung zuständig ist.

Magin sagte, dass ein Freiluftgottesdienst sehr gut passe, da der heilige Philipp eine sehr hohe Verbundenheit zur Natur und zu Tieren gehabt habe und auch stets für gutes Wetter am Philippsfest sorge. Außerdem brachte er gute Nachrichten mit: Der Heilige Philipp wurde nun nach einigem Hin und Her zwischen Speyer und Rom in den Diözesankalender von Speyer aufgenommen. Zuvor wurde das Philippsfest seit dem 18. Jahrhundert nur als Eigenfeier gepflegt, da zum Beispiel Unterlagen fehlten, es Kommunikationsprobleme gab oder auch die Kanonisation, also die Heiligsprechung von Philipp, nicht anerkannt wurde.

Um das Heiligsein drehte sich auch Regens Magins Predig:  Es ginge gar nicht darum, heilig zu werden, sondern heilig zu bleiben. Denn das Geschenk der Heiligkeit erhalte jeder Christ schon mit der Taufe. Dies müsse man konstant und beständig weiterführen. „Bei Philipp spielt das Bleiben erst einmal keine große Rolle“, stellte er dann aber fest. Philipp reiste von England nach Rom. Nachdem er dort zum Priester geweiht wurde, wurde er direkt wieder ausgesandt. Erst in Zell, wo sich am Sonntag die Gemeinde im Park versammelt hatte, beschloss er dann zu bleiben. „Aber auch von hier aus war er ständig unterwegs und hat auf keinen Fall zurückgezogen gelebt“, erzählte Magin weiter aus der Geschichte des Heiligen. Äußerlich sei Philipp also nicht einfach geblieben, aber innerlich schon. „Wir können uns den Himmel nicht verdienen, wir müssen heilig aus der Taufe bleiben, das ist unsere Aufgabe.“

Statt der großen Prozession mit dem Allerheiligsten durch den Ort, hielten die Pfarrer anschließend eine kleine Prozession im Park ab. Da Gesang im Gottesdienst weiterhin nicht erlaubt ist, sorgten Stefan Müller, Silke Schindler und Petra Ochßner für die musikalische Untermalung. Auch das traditionelle Essen und die anderen Aktivitäten der Wallfahrtswoche mussten in diesem Jahr erneut abgesagt werden. Alle Beteiligten hoffen nun, dass das Philippsfest im nächsten Jahr wieder größer und eventuell auch wieder mit einer Wallfahrtswoche gefeiert werden kann.

von Lea Ochßner