"Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran"

Raum zum Leben!

- zum Jugendgottesdienst vom 18. September 2021 -

Unter dem Motto aus dem Markusevangelium: „Lasset die Kinder zu mir kommen!“, feierte die Jugend unserer Pfarrei [Gellemer Engelscher und Messdiener] am Samstag, dem 18. September 2021 um 18:30 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Jugendraum des katholischen Pfarrheims Göllheim „Nepomukhaus“ die Vorabendmesse als Jugendgottesdienst.

Wir alle waren sehr überrascht, wie viele Gläubige den Gottesdienst mitfeierten!

An sich sind die Vorabendmessen eher weniger besucht. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass 92 Schwestern und Brüder jeglichen Alters von Kind bis Senior*in an unserem Gottesdienst teilnehmen!

Wir haben uns riesig gefreut. Ganz besonders auch darüber, dass die Jugendreferentinnen der katholischen Jugendzentrale Kaiserslautern gekommen waren.

Der Gottesdienst wurde abweichend von der gängigen Liturgie gestaltet.

Die Jugend übernahm den Hauptanteil der gottesdienstlichen Feier bis hin zur Predigt, die sie auch selber geschrieben haben.

Ihr Anliegen war aufzuzeigen, dass der neu renovierte Jugendraum ein Symbol für den Raum in der Pfarrei und Gesellschaft ist, den die Jugend und die jungen Erwachsenen dringend brauchen, damit sie sich angenommen erfahren, aber auch motiviert sind in diesen beiden Sozialräumen sich zu engagieren und ihrerseits später einmal ihren eigenen Kindern das Engagement in Kirche und Gesellschaft zu empfehlen und sie daran heranzuführen.

Dazu ist es unabdingbar, dass die bestehenden Sozialräume auch Evolution zulassen.

Ganz bewusst war von Evolution und nicht von Revolution die Rede, denn es geht dabei um ein gemeinsames Entwickeln hinsichtlich der sich ändernden Lebensumstände und der sich neu stellenden Fragen des Miteinanders und des Weltverständnisses.

So hat die Jugend dargelegt, dass sie Unverständnis dafür hat, dass gleichgeschlechtlich liebende Menschen als Sünder verstanden werden oder nicht gleichberechtigt behandelt werden. Auch ist es der Jugend ein Anliegen, dass ihre Form zu beten und Gottesdienst zu feiern nicht als weniger fromm erachtet wird, sondern als gleichwertige Liturgie zur Ehre Jesu Christi – den sie als Grund und Mittelpunkt ihres pfarrlichen Lebens und Zusammenkommens definierte – Akzeptanz finden möge.

Auch wenn Kinder und Jugendliche noch jung sind, seien ihre Stärken von kirchlichem und gesellschaftlichem Belang – nicht weniger – aber auch nicht mehr als die Stärken aller anderen.

Dankbar mögen wir sein für alles, was wir sind und haben, vor allem aber für Gott, der uns all das ermöglicht und für einander – denn um das Miteinander im Angesicht Jesu Christi gehe es letztendlich.

Die Nepomukband überzeugte in gewohnter hervorragender Qualität mit flotter Musik und Gesang und der Pfarrer hatte außer zwei Liedern, die er „vorturnen“ durfte, lediglich die Eucharistie als Aufgabe wahrzunehmen.

Und das war gut so, denn der Gottesdienst lebte davon, dass viel die Heilige Messe in der Liturgie mittrugen und mitgestalteten.

Im Anschluss waren alle sehr herzlich eingeladen anlässlich des renovierten Jugendraums – zu dessen Her- und Einrichtung die Jugend allen herzlich dankte, die daran beteiligt waren – bei Rollbraten, Schafskäse und vielen vielen Salaten und Nachtischen ins Gespräch zu kommen, die Jugendräumlichkeiten zu besichtigen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Sehr sehr viele Gottesdienstbesucher haben diese Einladung auch angenommen.

Die Renovierung des Jugendraums begann im Oktober 2021. In der Zwischenzeit ereignete sich die Flutkatastrophe, die niemand von uns erahnte. Davon war die Jugend sehr betroffen. Während wir hier Jugendräume einrichten, haben in der Nähe Menschen ihr Heim verloren.

Daher wurden Speis und Trank kostenlos angeboten und dafür wurde eine Spende für die Flutopfer erbeten.

777,-- € wurden an diesem einen Abend gespendet. Dieser Betrag wurde dann von den Gellemer Hexen nochmals um 68,-- € auf 845,-- € aufgestockt. Ein sehr stolzes Ergebnis und ein herzliches Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender!

Den Dank dürfen wir hier erweitern:

Es war faszinierend und berührend zugleich, wie viele Menschen geholfen haben an dem Tag den Platz, die Tische und Bänke, das Essen, die Getränke, die Technik, etc. zu besorgen, aufzubauen, zu kochen, aufzutragen und dann aber auch wieder am selben Abend und nächsten Tag wieder ab- und aufzuräumen und zu reinigen. Selbst eine Drohne wurde eingesetzt für Bilder aus der Vogelperspektive.

Diese großartige Bereitschaft von so vielen Menschen hier mitzutun und dadurch auch Verbundenheit, Gemeinschaft und das Erleben einer Pfarrfamilie zu ermöglichen, ist in der kirchlichen Landschaft sehr selten geworden und eine Auszeichnung für unsere Pfarrei!

Der größte Dank aber gilt den Jugendlichen, die sich viele Abende Zeit genommen haben, den Gottesdienst zu entwerfen, die Predigt zu schreiben, zu proben, den Jugendraum für diesen Abend herzurichten, und das ganze Wochenende ihrer freien Zeit dafür einzusetzen.

Unsere Pfarrei lebt – und sie ist nicht alt und nicht jung, sondern Gemeinschaft aller – nicht konservativ und nicht modern, sondern Vielfalt in der Einheit Jesu Christi – und das ist gut so!