1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Im Gedenkjahr 1700 Jahre jüdisches Lebens in Deutschland schlug Herr Volker Günther vor ein Konzert mit Herrn Prof. Torsten Laux anzubieten, das die Psalmen des Alten Bundes aufgreift und musikalisch umsetzt.

Ebenso war der Gedanke generell den Abend thematisch zum Jubiläumsjahr einzuführen und die Psalmen mit theologischen Impulsen zu umfassen, als auch deren Text entsprechend vor der musikalischen Interpretation zu hören.

63 Interessierte - zum Teil von weit her - besuchten unser Konzert und waren sehr begeistert, so das Standing Ovations Kund gaben, dass der Abend sehr ansprechend war.

Wir dürfen an dieser Stelle Herrn Prof Torsten Laux [Orgel] und Herrn Volker Günther [Trompete] sehr herzlich für Idee und Umsetzung danken.

Der Abend war für uns alle ein wunderbarer musikalischer, kultureller, geschichtlicher und geistlicher Gewinn.

Wir danken auch sehr herzlich Frau Birgit Baqué-Stuppy, Frau Petra Ochßner und Frau Rita Stabel für die Bereitschaft die Psalm vorzutragen.

Unter dem Hauptmotto "Shalom" hoffen wir, dass wir einen Beitrag leisten konnten für ein freundschaftliches und geschwisterliches Miteinander mit unseren jüdischen Schwestern und Brüder zum Frieden aller unter Gottes reicher Gnade.

Im Folgenden dürfen wir die inhaltlichen Gedanken und Impulse zur Verfügung stellen:
 

Impulsgedanken zum Konzert 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland


Begrüßung:

Allen Stadträten gestatten Wir durch allgemeines Gesetz, Juden in die Kurie zu berufen.

Am 11. Dezember des Jahres 321 erließ Kaiser Konstatin das Edikt, das den Provinzstädten die Berufung von Juden in den Stadtrat gestattete.

Dieses an den Kölner Stadtrat ergangene Dekret gibt Zeugnis darüber, dass zu dieser Zeit und schon bereits davor eine jüdische Gemeinde in Deutschland bestand.

Da man, um Mitglied des Stadtrates werden zu können, Vermögen und Ansehen haben musste, gibt das Dekret zu erkennen, dass jüdische Bürger in der damaligen Gesellschaft eine bedeutungsvolle und beachtenswerte Stellung hatten.

Was wir heute als Deutschland oder Zentraleuropa bezeichnen wäre nicht das, was es ist, ohne das Engagement und die Kreativität der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Abraham Lehrer sagte im Interview mit dem Deutschlandfunk:

Es gab viele blühende Phasen, vor allen Dingen im Mittelalter, wo jüdisches Leben, wo jüdische Kultur, wo jüdisches Wissen über Deutschland, über die Region des Rheinlandes hinaus Weltwirkung gezeigt hat. 

Als katholischer Theologe und Priester erlebte ich in den fast 30 Jahren meines Dienstes nicht wenige Momente, in denen ich nicht selten Unverständnis dafür erntete, dass ich die jüdische Religion als den Stamm verstehe, dessen Zweig das Christentum darstellt, das aber weiterhin aus den Quellen des jüdischen Volkes lebt.

Ob dies das Alte Testament darstellt, das uns Grundlage für das Verständnis der Geschichte Gottes mit dem Menschen von der Schöpfung her darstellt, oder selbst die Mess-Liturgie, die zu großen Teilen aus dem 18-Bitt-Gebet bis hin zum Sanctus, dem Kadosh entspringt; es wäre vermessen zu sagen, dass wir nicht im jüdischen Glauben des Volkes Gottes verwurzelt seien.

Religionen bergen aber immer die Gefahr der heftigen Auseinandersetzungen in der Frage, was nun richtig oder falsch, fromm oder unfromm ist.

Nicht selten avanciert dies auch in machtpolitischen Interessen.

Abraham Lehrer stellt den Moment, als unter dem Kaiser Theodosius das Christentum zur Staatsreligion erhoben wurde, im Deutschlandfunk wie folgt dar:

Es war der Startschuss zur Verfolgung, zur Ausgrenzung, und – wie es zur damaligen Zeit üblich war – der Versuch, durch Kraft und Gewalt Menschen auf den Weg zu bringen, den man für den einzig richtigen gehalten hat.

Wo Menschen meinen genau zu wissen, was im Angesicht des Ewigen Ursprungs unseres Seins richtig oder falsch ist, hören sie auf voneinander zu lernen und die je andere Sichtweise als Bereicherung des eigenen spirituellen Bewusstseins zu verstehen, sondern werden anfangen das je adere als das Falsche oder Böse zu qualifizieren. Das fruchtbare offenbarende wird aufgegeben zu Gunsten des spannungsgeladenen Gegeneinanders.

Zu was das geführt hat, ist uns allen bekannt.

Wenn wir heute dieses Konzert veranstalten, soll dies eine Hommage an unsere jüdischen Schwestern und Brüder darstellen, denen wir in Dankbarkeit gegenüberstehen, die wir als Freunde in Frieden und gelebter achtsamer Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit herzlich umarmen.


Hierzu darf ich sehr herzlich begrüßen Herrn Prof. Torsten Laux an der Orgel.

Torsten Laux war Kantor und Organist in Frankfurt am Main, Ingelheim am Rhein und an der Dankeskirche in Bad Nauheim.

Er hat zahlreiche Aufnahmen für Compact Discs, für Hörfunk und Fernsehen eingespielt.

Konzertreisen führten ihn durch ganz Europa sowie USA, China, Japan, Korea, Australien und Neu Seeland.

Gemeinsam mit Intendant Herbert H. Ludwig und Andreas Petersen gründete Torsten Laux 2006 das Internationale Düsseldorfer Orgelfestival, das sich seitdem zu einem der größten und renommiertesten Musikfestivals entwickelt hat.

Seit 1993 ist er Dozent der Hochschule für Kirchenmusik Bayreuth, seit 1999 Professor für Orgel an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf.


Ebenso darf ich sehr herzlich begrüßen an der Trompete Herrn Volker Günther aus unserer Gemeinde.

Volker Günther ist ein anerkannter Musikpädagoge. Seit 1991 ist er Lehrkraft an der Musikschule Mannheim. Konzertreisen mit dem Jugendsinfonieorchester Mannheim und dem Sinfonischen Jugendblasorchester Mannheim führten ihn nach Australien, Japan, USA und viele Länder Europas.

Er war mehrere Jahre Lehrkraft an der Musikschule Worms; 1994 bis 1996 war er Mitglied der Speyrer Dombläser.

Zudem ist er seit 1996 Gründer und Leiter der Wormser Dombläser, einem professionellen Blechbläserquintett. Mit diesen gestaltete er zahlreiche Konzerte sowie Rundfunk- und Fernsehgottesdienste.

Volker Günther ist auch bei „Jugend musiziert“ und beim Kiwanis-Wettbewerb Frankenthal als Juror gefragt.

Freuen Sie sich mit mir auf diesen besonderen Abend, der nun vorab mit Werken von Händel, Bach und Mouret beginnen wird.

Da dieser Abend nach den ersten vier Werken zu den Vertonungen der Psalmen übergeht und insgesamt einen spirituellen und auch nachdenklichen Charakter haben will, ist es uns ein Anliegen, dass Sie erst nach dem letzten Stück des Abends – dafür dann aber umso herzlicher und kräftiger – den Künstlern Applaus spenden mögen.

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Georg Friedrich Händel (1685-1759)

Suite D-Dur für Trompete und Klavier
Ouverture - Allegro - Aire (Menuetto) - Marche

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Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Italienisches Konzert F-Dur BWV 971
aus dem II. Theil der Clavieruebung (1734)  für Clavier
Allegro - Andante - Presto

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Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Aria „Bist du bei mir, geh ich mit Freuden“ BWV 508
Notenbüchlein für Anna-Magdalena Bach (1725) für Trompete und Orgel

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Jean-Joseph Mouret (1682-1738)

Suite B-Dur für Trompete und Klavier
Rondeau - Gracieusement - Allegro

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Leonard Bernstein entstammte einer amerikanischen jüdischen Einwandererfamilie aus der heutigen Ukraine. Angeregt durch sein jüdisches Erbe entstanden Werke wie die Sinfonie „Jeremiah“ oder die „Chichester Psalms“. Aus ihnen hören wir nun den Psalm 23. Zuerst als Text, dann in der musikalischen Komposition.

Psalm 23 bedient sich in der Bildersprache der damaligen orientalischen Landwirtschaft. Es gab keine groß angelegten Weiden, wie wir das aus heutiger Zeit kennen. Es waren eher Weideinseln. War eine Weide abgegrast, musste man die nächste suchen. Die Aufgabe des Hirten ist es, die Herde sicher zur nächsten Weide zu bringen, sie zu beschützen vor den Gefahren und niemanden zu verlieren. Der Psalm traut dies Gott als Hirten in Beziehung zu seiner Herde, den Menschen, zu. Der Autor spricht Hoffnung, Zuversicht und Geborgenheit im Vertrauen auf seinen Gott, der ihn im Leben sicher führt, aus.

Am Ende durchbricht der Psalm dieses Bild und gestaltet den Menschen als den, der von Gott eingeladen ist an seinen Tisch als vornehmen Gast, der gesalbt wird – was damals ein Zeichen höchster Gastfreundschaft war – und ihn bedient.

Wir sind eingeladen nachzudenken ob wir in diese Worte des Psalmes eintauchen können, erkennen dürfen, wo Gott uns führt und ob wir uns von ihm auch führen lassen wollen.

Seien wir dankbar und voller Vertrauen zu dem, der uns liebt.


Psalm 23

Ein Psalm Davids.

Der HERR ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.

Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Meine Lebenskraft bringt er zurück. Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.

Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab, sie trösten mich.

Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, übervoll ist mein Becher.

Ja, Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang und heimkehren werde ich ins Haus des HERRN für lange Zeiten.

 

Leonard Bernstein (1918-1990)

Psalm 23
aus: Chichester Psalms für Trompete und Orgel

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„Unrecht Gut gedeiht nicht!“     

So leitete meine Großmutter mütterlicherseits immer die Diskussionen um gut und böse ein. Sie wollte damit sagen, dass ich mich im Leben nicht verirren soll, stets den guten und gottgewollten Weg gehen soll. Alles andre ist zum Scheitern verurteilt.

So auch der Psalm: Wer den Weg des Herrn geht wird stark wie ein Baum sein, wachsen und gute Frucht bringen. Wer dies nicht tut wird verweht werden wie die Spreu im Wind.

Wir sind eingeladen unseren eigenen Lebensweg zu reflektieren, wo sind wir wie abgebogen, welche Wege führten uns in die Irre, welche aber zu Segen und Heil?


Psalm 1

Selig der Mann, der nicht nach dem Rat der Frevler geht, nicht auf dem Weg der Sünder steht, nicht im Kreis der Spötter sitzt,

sondern sein Gefallen hat an der Weisung des HERRN, bei Tag und bei Nacht über seine Weisung nachsinnt.

Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Bächen voll Wasser, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, es wird ihm gelingen.

Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.

Darum werden die Frevler im Gericht nicht bestehen noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.

Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber verliert sich.

 

Torsten Laux (1965-)
 

FÜNF PSALMEN
Psalm 1

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Wir haben Sehnsucht.

Sehnsucht nach gerechten Herrscherinnen und Herrschern, die in Verantwortung gegenüber Welt und Schöpfung Frieden unter den Völkern und Wohlstand, sowie Nachhaltigkeit sichern.

Verfolgen wir die Nachrichten und Medien, so finden wir dies in unserer Gegenwart nicht. Zu sehr werden wir immer wieder von denen enttäuscht, die Macht innehaben.

Die Frage nach einem/einer gerechten Herrscher*in beschäftigt uns.

Psalm 2 will eine Antwort geben: Vertraut dem Sohne Gottes als dem Herrscher der Welt. Er beseitigt das Chaos unter den Nationen. Bei ihm sind alle geborgen und in Frieden.

Ich will hier offen lassen, wen wir uns unter dem Aspekt des Sohnes Gottes vorstellen sollen. Juden und Christen beantworten diese Frage unterschiedlich.

Aber in einem sind sich beide einig: dem tatsächlichen Sohn Gottes dürfen wir vertrauen, da seine Herrschaft gerecht sein wird.


Psalm 2

Warum toben die Völker, warum ersinnen die Nationen nichtige Pläne?

Die Könige der Erde stehen auf, die Großen tun sich zusammen gegen den HERRN und seinen Gesalbten:

Lasst uns ihre Fesseln zerreißen und von uns werfen ihre Stricke!

Er, der im Himmel thront, lacht, der HERR verspottet sie.

Dann spricht er in seinem Zorn zu ihnen, in seinem Grimm wird er sie erschrecken:

Ich selber habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg.

Den Beschluss des HERRN will ich kundtun./ Er sprach zu mir: Mein Sohn bist du. Ich selber habe dich heute gezeugt.

Fordere von mir und ich gebe dir die Völker zum Erbe und zum Eigentum die Enden der Erde.

Du wirst sie zerschlagen mit eisernem Stab, wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern.

Nun denn, ihr Könige, kommt zur Einsicht, lasst euch warnen, ihr Richter der Erde!

Mit Furcht dient dem HERRN, jubelt ihm zu mit Beben,

küsst den Sohn, damit er nicht zürnt und euer Weg sich nicht verliert, denn wenig nur und sein Zorn ist entbrannt.

Selig alle, die bei ihm sich bergen!

 

Torsten Laux (1965-)
 

FÜNF PSALMEN
Psalm 2

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Ob Jesus Psalm 5 vor Augen hatte, als er in einem Gleichnis den Frommen verurteilt, der im Tempel ganz vorne steht und betet: „Herr, ich danke Dir, dass ich nicht so bin wie jener da hinten!“?, und Jesus vor Augen hält, dass „jener da hinten“ aber betet: „Herr, sei mir Sünder gnädig!“

Es befremdet uns durchaus, wie hier der Protagonist des Psalms Strafe und Verstoßung derer fordert, die in seinen Augen sündigen – sich selber aber unter Berufung auf seine frommen Taten unter dem Segen Gottes sieht.

Und doch sind wir alle geneigt in besonderen Situationen nicht anders zu denken und zu fühlen.


Psalm 5

Für den Chormeister. Zum Flötenspiel. Ein Psalm Davids.

Höre, HERR, meine Worte, achte auf mein Seufzen!

Vernimm mein lautes Schreien, mein König und mein Gott, denn zu dir flehe ich.

HERR, am Morgen hörst du mein Rufen, am Morgen rüst ich das Opfer zu, nach dir halte ich Ausschau.

Denn du bist kein Gott, dem das Unrecht gefällt; ein Böser darf nicht bei dir weilen.

Nicht bestehen die Stolzen vor deinen Augen; du hassest alle, die Unrecht tun.

Du lässt die Lügner zugrunde gehn, Mörder und Betrüger sind dem HERRN ein Gräuel.

Ich aber darf dein Haus betreten dank deiner großen Güte, ich werfe mich nieder in Ehrfurcht vor deinem heiligen Tempel.

HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit, meinen Feinden zum Trotz; ebne deinen Weg vor mir!

Denn aus ihrem Mund kommt kein wahres Wort, ihr Inneres ist voll Verderben. Ihre Kehle ist ein offenes Grab, aalglatt ist ihre Zunge.

Gott, lass sie dafür büßen; sie sollen fallen durch ihre eigenen Ränke. Verstoße sie wegen ihrer vielen Verbrechen; denn sie empörten sich gegen dich.

Doch alle sollen sich freuen, die auf dich vertrauen, und sollen immerfort jubeln. Beschütze sie und sie werden jauchzen über dich, die deinen Namen lieben.

Denn du, HERR, segnest den Gerechten. Wie mit einem Schild deckst du ihn mit Gnade.


Torsten Laux (1965-)
FÜNF PSALMEN
Psalm 5

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Afghanistan, Nordkorea, Naturkatastrophen, schwindende Ressourcen an Trinkwasser und fruchtbarem Land, Hunger, Elend und Not. Wir sind in Sorge.

Oft scheitert Mensch an seinen gut ausgedachten Konzepten und wir wundern uns, dass wir so vieles können, aber oftmals nicht wollen. Wir könnten schon weiter sein mit der Nachhaltigkeit.

Die Angst, dass uns eine große Katastrophe bevorsteht, ist weltweit da.

Psalm 46 will uns Trost und Zuversicht geben: Auch wenn alles zu zerbrechen scheint – Gott wird es richten.

Allerdings nicht nach unserem, sondern seinem Sinn, wie das geschehen soll.


Psalm 46

Für den Chormeister. Von den Korachitern. Nach der Weise Mädchen. Ein Lied.

Gott ist uns Zuflucht und Stärke, als mächtig erfahren, als Helfer in allen Nöten.

Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt, wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres;

mögen seine Wasser tosen und schäumen und vor seinem Ungestüm Berge erzittern.

Eines Stromes Arme erfreuen die Gottesstadt, des Höchsten heilige Wohnung.

Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken. Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht.

Völker tobten, Reiche wankten; seine Stimme erscholl, da muss die Erde schmelzen.

Mit uns ist der HERR der Heerscharen, der Gott Jakobs ist unsre Burg.

Kommt und schaut die Taten des HERRN, der Schauder erregt auf der Erde.

Er setzt den Kriegen ein Ende bis an die Grenzen der Erde. Den Bogen zerbricht er, die Lanze zerschlägt er; Streitwagen verbrennt er im Feuer.

Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin, erhaben über die Völker, erhaben auf Erden!

Mit uns ist der HERR der Heerscharen, der Gott Jakobs ist unsre Burg.


Torsten Laux (1965-)
 

FÜNF PSALMEN
Psalm 46

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In wenigen Worten fasst Psalm 100, der zum täglichen jüdischen Gebetsschatz gehört, zusammen, was in den anderen Psalmen davor thematisiert wurde:

ER ist der Herrscher über allem, was da lebt und dem gesamten Universum – ER allein.

WIR gehören zu ihm, seiner Herde.

ER führt uns gütig und voller Huld.

ER ist uns Rettung und Heil.

DANKET dem Herrn.

Stimmet jede/jeder ein in diesen Dank für all die kleinen und großen Momente des eigenen Lebens, an denen er uns zeigte, wie sehr er uns liebt und Teil unseres Lebens ist.


Psalm 100

Ein Psalm. Zum Dankopfer. Jauchzt dem HERRN, alle Lande!

Dient dem HERRN mit Freude! Kommt vor sein Angesicht mit Jubel!

Erkennt: Der HERR allein ist Gott. Er hat uns gemacht, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide.

Kommt mit Dank durch seine Tore, mit Lobgesang in seine Höfe! Dankt ihm, preist seinen Namen!

Denn der HERR ist gut, ewig währt seine Huld und von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.


Torsten Laux (1965-)
 

FÜNF PSALMEN
Psalm 100

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Es gibt Situationen in unserem Leben, in denen wir uns und einander fremd werden. Schicksalsschläge, Verlust gewohnter Sicherheiten, Krankheit, Zerrüttung, wirtschaftliche Zerwürfnisse.

Wie ein Verlust von Geborgenheit, Sicherheit, Heimat – auch im geistigen Sinn – kann uns das vorkommen und wir wissen nicht wohin.

Da erinnern wir uns gerne an „bessere Zeiten“ und wünschten uns, wir hätten diese damals geschätzt und könnten das Rad der Zeit zurückdrehen.

Das Volk Israel ist in der Zeit des Psalms 137 im Exil (ab 586 v.Chr.). Babylon hat Israel erobert, die Israeliten verschleppt und im eigenen Land versklavt. Auch versuchte man dem eroberten Volk den Glauben zu nehmen und sie zu der Verehrung der babylonischen Götter zu zwingen.

Durchhalten – sich erinnern an die besseren Zeiten – und darauf hoffen, dass Gott wieder in die Heimat zurückführt, war die Haltung des Volkes Israels.

Und sie sollten nicht enttäuscht werden: nach 539 v.Chr. erlaubte Kyros II, König von Persien, die Rückkehr des Volkes in seine Heimat, nachdem er das babylonische Reich erobert hatte.

Der Psalm will uns Mut machen durchzuhalten – selbst dann, wenn uns das eigene Leben und wir selber uns fremd geworden sind. In Gott haben wir alle Heimat für alle Zeit und Ewigkeit.


Psalm 137

An den Strömen von Babel, da saßen wir und wir weinten, wenn wir Zions gedachten.

An die Weiden in seiner Mitte hängten wir unsere Leiern.

Denn dort verlangten, die uns gefangen hielten, Lieder von uns, unsere Peiniger forderten Jubel: Singt für uns eines der Lieder Zions!

Wie hätten wir singen können die Lieder des HERRN, fern, auf fremder Erde?

Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem, dann soll meine rechte Hand mich vergessen.

Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht mehr gedenke, wenn ich Jerusalem nicht mehr erhebe zum Gipfel meiner Freude.

Gedenke, HERR, den Söhnen Edoms den Tag Jerusalems, die sagten: Reißt nieder, bis auf den Grund reißt es nieder!

Tochter Babel, du der Verwüstung Geweihte: Selig, wer dir vergilt deine Taten, die du uns getan hast!

Selig, wer ergreift und zerschlägt am Felsen deine Nachkommen!


Torsten Laux (1965-)
 

FÜNF PSALMEN
Psalm 137

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Den Psalm 23, den wir schon hörten, hier nochmals in einer anderen Leseweise aus der Guten Nachricht-Bibel.


Psalm 23

Ein Lied Davids. Der Herr ist mein Hirt; darum leide ich keine Not.

Er bringt mich auf saftige Weiden, lässt mich ruhen am frischen Wasser

und gibt mir neue Kraft. Auf sicheren Wegen leitet er mich, dafür bürgt er mit seinem Namen.

Und muss ich auch durchs finstere Tal – ich fürchte kein Unheil! Du, Herr, bist ja bei mir; du schützt mich und du führst mich, das macht mir Mut.

Vor den Augen meiner Feinde deckst du mir deinen Tisch; festlich nimmst du mich bei dir auf und füllst mir den Becher randvoll.

Deine Güte und Liebe umgeben mich an jedem neuen Tag; in deinem Haus darf ich nun bleiben mein Leben lang.


Torsten Laux (1965-)
 

FÜNF PSALMEN
Psalm 23

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Schalom Chaverim!

Friede sei mit Euch, Freunde und auf Wiedersehen!

In „Schalom“ steckt aber noch mehr: Frieden, Segen, Wohlergehen, ein „Gott befohlen“ beim Abschied.

So wollen wir Sie, liebe Damen und Herren, verabschieden. Der allumfassende Segen Gottes möge sie begleiten behüten, bewahren, auf dass Frieden und Zufriedenheit unser Miteinander präge und gestalte über alle konfessionellen und religiösen Unterschiede hinweg.

Und so segne und behüte Sie der Gott des alten und des neuen Bundes:

 

Der Herr segne Dich und behüte Dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.

Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir Frieden.

Amen.


Torsten Laux (1965-)

 
„Schalom chaverim“
für Trompete und Orgel
Schalom